Zivilcourage: Definition laut Duden

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Artikel | 23.10.2017 | Redaktion

Zivilcourage

Standpunkt beziehen, sich einmischen, mutig sein und eventuell damit anecken. Wenn Mitmenschen belästigt werden, sollten wir eingreifen. Und das nicht erst bei körperlicher Gewalt. Zivilcourage beginnt schon viel früher, bei Beleidigungen, bei Ausgrenzung, bei bösen Worten.

Zusammenfassung

  • Wo fängt Gewalt an?
  • Auch für das beherzte Eingreifen gibt es Regeln. Die Wichtigste: Bring dich nicht selbst in Gefahr!
  • Wie kannst du im Kleinen und im Großen helfen?
  • Mit Fakten gegen Vorurteile vorgehen.

Eine Situation, in der ein Mensch in der Öffentlichkeit angegriffen wird, hat wohl jeder schon einmal erlebt. Es ist unangenehm, man verkrampft und wünscht sich, dass es schnell vorbeigeht. Selbst als Unbeteiligter, der nicht direkt betroffen ist. Für das Opfer ist es noch viel schlimmer. Auch das werden einige schon erlebt haben. Wie es ist, wenn niemand einschreitet, obwohl doch so viele Leute dabei sind und es mitbekommen. Warum hilft keiner? 

Wo fängt Gewalt an?

Gewalt erkennen – das ist der erste Schritt zu mehr Zivilcourage. Doch wo fängt Gewalt an? Erst, wenn Menschen absichtlich körperlich oder seelisch verletzt werden, oder schon, wenn ein Mitschüler den anderen anbrüllt? Als Zuschauer findet man oft Gründe, solch ein Verhalten zu entschuldigen. Das ist bequem. Denn wer nichts Schlimmes gesehen hat, fühlt sich auch nicht verpflichtet einzugreifen. Aber versetz dich mal in die Lage des Schwächeren. Lieber einmal zu viel den Mund aufmachen als einmal zu wenig!

Aktiv werden

Zivilcourage muss gar nicht darin bestehen, körperliche Gewalt zu verhindern oder gar selbst welche anzuwenden. Im Gegenteil: Wie Psychologen wissen, hilft es schon, sich freundlich, aber bestimmt einzumischen. Oft reicht es, wenn man das Opfer in ein Gespräch verwickelt und dabei den Angreifer höflich ignoriert.
Ein entscheidender Punkt ist es, überhaupt den Mund aufzumachen. Wenn du dich allein nicht traust einzugreifen, dann such dir Verbündete. Sprich andere Menschen an und bitte darum, dass ihr gemeinsam helft. Das können Mitschüler sein, oft gibt es auch Streitschlichter in der Schule (siehe Kasten rechts), aber auch Lehrer, Eltern, der Pfarrer und gegebenenfalls auch die Polizei. Der wichtigste Grundsatz ist aber immer: Bring dich nicht selbst in Gefahr!


Scheu dich nicht, um Hilfe zu bitten und selbst zu helfen! Unter der von der Polizei verantworteten Website www.aktion-tu-was.de findest du viele Praxisbeispiele aus dem Alltag und Antworten auf oft gestellte Fragen.

Mit Fakten gegen Vorurteile

Zivilcourage heißt nicht nur helfen, wenn ein Mensch beleidigt, bedroht oder geschlagen wird. Es heißt ebenso, Vorurteile in Frage zu stellen, die in der Bevölkerung weit verbreitet sind. 
Bevor du dich also der allgemeinen Meinung einfach anschließt oder dir einfach eine Meinung aus dem Bauch heraus bildest, sammle Fakten und recherchiere. Denn für eine fundierte Meinung lohnt es sich einzustehen, und damit lässt es sich viel besser dikutieren.

Du bist selbst Opfer?

Hol dir Hilfe! Es gibt viele Stellen, an die du dich auch anonym wenden kannst. Vertrauenslehrer und Pfarrerin bzw. Pfarrer sind zur Verschwiegenheit verpflichtet.
Auch bei Christoph Burger von der konfiweb-Onlinehilfe kannst du sicher sein, dass alles Besprochene unter euch bleibt.
Bei der Nummer gegen Kummer bekommst du telefonische Hilfe genauso wie Hilfe bei Anfragen per Mail.

Tags: Streit, Hilfe, Handeln


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