Mutproben

Kaum zu glauben, aber Mutproben können auch sinnvoll sein, jedenfalls behaupten das Verhaltensforscher. © iStock-EpicStockMedia

Artikel | 04.05.2017 | Redaktion

"Ich wette, du traust dich nicht...!"

Abenteuer Mutprobe: Vom Regenwurm bis zum Sprung aus ungeahnten Höhen. Sie können lustig sein, spannend, hilfreich sogar, aber auch sehr gefährlich. Mutproben gab es schon immer und gehen oft schief.

Zusammenfassung

  • Joko und Klaas erstaunen ihr Publikum mit ihren wahnsinnigen Mutproben.
  • Es geht darum Neues zu entdecken, sich selbst an Grenzen zu bringen und ein Abenteuer zu erleben.
  • Mutproben können sogar gut für die Entwicklung sein.

"Bis einer weint!" - Joko und Klaas meinen es nicht gut miteinander. Sie fordern sich in ihren Fernsehsendungen gegenseitig heraus und das meist ziemlich extrem. Sie springen aus 12.000 m Höhe, tauchen in zugefrorenen Seen, stellen sich in Bienenschwärme, stürzen sich gefährliche Wasserfälle hinunter. Ihr Publikum liebt das, besonders wenn es weh tut, blöd aussieht oder wirklich fies ist. Je gemeiner, desto besser. Joko und Klaas haben keine Angst, jedenfalls sieht es so aus. Das, was die beiden in ihren Sendung manchen, sind nichts anderes als Mutproben.

Das ist nicht neu. Mutproben sind schon immer beliebt gewesen, vor allem bei Jugendlichen. Einer Studie zufolge stellen sich am liebsten 9- bis 14-Jährige den Mutproben. Es geht darum, sich selbst zu erproben, die eigenen Grenzen zu überwinden und sich oder auch anderen etwas zu beweisen. Auf der Suche nach Abenteuern und dem Kick stellen Jugendliche allerhand Unsinn an. Hauptsache gefährlich oder ekelig. Öfter als gedacht gehen die Wagnisse allerdings schief und enden im Krankenhaus, vorm Schulleiter oder mit Hausarrest. 

Eine Professorin der Universität Duisburg-Essen hat unter Schülern in Nordrhein-Westfalen die deutschlandweit bislang einzige Studie zu "Mutproben im Jugendalter" vorgelegt. Ergebnis: 33 Prozent der Mädchen und 42 Prozent der Jungen gaben an, schon einmal eine Mutprobe gemacht zu haben. "Am häufigsten sind allerdings vergleichsweise harmlose Dinge wie Regenwürmer essen, im Dunkeln durch den Wald laufen oder in Brennnesseln fassen", erläutert die Professorin. Doch auch Ladendiebstähle, Alkoholexzesse oder Spritztouren mit geklauten Autos gehören dazu. Anderen zu imponieren kann dabei der Antrieb sein: Die Jungen rennen auf der Autobahn herum und die Mädchen schauen von der Brücke aus zu.

Am häufigsten ist jedoch der Spaßfaktor die treibende Kraft hinter der Mutprobe. Jugendliche wollen Neues ausprobieren, einen Kick verspüren, Abenteuer erleben und sich neue Erlebnisräume erschließen. Nicht selten entsteht eine Mutprobe aus einem Partyspiel wie "Trau dich oder bekenne" beziehungsweise "Wahrheit oder Pflicht" heraus.

Kaum zu glauben, aber Mutproben können auch sinnvoll sein, jedenfalls behaupten das Verhaltensforscher. Das Ausprobieren ist ein Teil des Erwachsenwerdens und kann einen in der persönlichen Entwicklung voranbringen.
Das Risiko sollte aber im Rahmen bleiben und gut bedacht werden. Außerdem solltest du dich nie gegen deinen Willen zu einer Mutprobe nötigen lassen. Zum Nein-sagen gehört übrigens auch Mut!


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