Den einheitlichen Konfirmations-Unterricht gibt es also gar nicht. Natürlich sind die Themen überall ähnlich - schließlich geht’s ja in allen Gemeinden um dich und deinen Glauben. Aber wann man sich trifft, wie oft und wie lange, ob man jeden Sonntag zur Kirche kommen muss oder ob es eine Konfi-Freizeit gibt - all das kann von Gemeinde zu Gemeinde sehr verschieden sein.
Wir wollen trotzdem versuchen, einige typische Fragen zum Konfi-Unterricht zu beantworten. Wenn euch noch mehr Fragen zu diesem Thema einfallen: mailt sie uns einfach! Wir werden sie dann in diese Liste mit aufnehmen.
Was muss ich (auswendig) lernen?
Gibt es Konfirmations-Prüfungen?
Muss ich während meiner Konfi-Zeit zum Gottesdienst gehen?
Wie oft muss ich zum Gottesdienst gehen?
Was ist ein Vorstellungsgottesdienst?
Was ist der Beichtgottesdienst vor der Konfirmation?
Ist die Teilnahme an der Konfi-Freizeit Pflicht?
Muss der Konfirmations-Unterricht immer an einem bestimmten Tag in der Woche stattfinden?
Kann es passieren, dass ich von der Konfirmation ausgeschlossen werden?
Kann ich für meinen Konfi-Unterricht die Gemeinde wechseln?
Was ziehe ich zur Konfirmation an?
Werden zur Konfirmation immer noch Bibel und Gesangbuch geschenkt?
Welche Bedeutung haben Paten und Patinnen?
Bekomme ich nach der Konfirmation einen schulfreien Tag?
Was ändert sich für mich mit der Konfirmation?
Was ist ein Vikar, eine Vikarin?
Was muss ich (auswendig) lernen?
Wie gesagt: Es gibt keinen einheitlichen Lernplan. Aber die grundsätzlichen Themen des Unterrichts ähneln sich. Vermutlich alle Konfi-Kurse beschäftigen sich mit der Bibel und ihrer Entstehung, mit der christlichen Gemeinde, mit Taufe und Abendmahl. Vaterunser, Glaubensbekenntnis, die 10 Gebote, Psalm 23, die Einsetzungsworte zum Abendmahl und der so genannte Taufbefehl sind in den meisten Gemeinden Lernstoff, das heißt: bis zur Konfirmation sollte man sie kennen und auswendig können. In manchen Gemeinden kommen auch noch weitere Psalmen und Lieder dazu.
Gibt es Konfirmations-Prüfungen?
Früher gab es am Ende des Konfi-Unterrichtes eine richtige Prüfung. Die meisten Gemeinden verzichten heute darauf. Stattdessen findet in vielen Gemeinden ein "Vorstellungsgottesdienst" statt (siehe unten!). Das ein Gottesdienst, in dem die Konfirmandinnen und Konfirmanden etwas von dem erzählen und darstellen, was sie gelernt haben und was sie beschäftigt.
Muss ich während meiner Konfi-Zeit zum Gottesdienst gehen?
Als Christ oder Christin gehört man zu einer Gemeinde: zur christlichen Gemeinschaft. Und eine wichtige Veranstaltung dieser Gemeinschaft ist der wöchentliche Gottesdienst. Ihn kennen zu lernen, gehört deshalb zum Christ sein dazu – und nicht nur für Konfis! Klar: wer noch nicht so oft dort war, für den ist so ein Gottesdienst mit seinen Liedern und Gebeten vielleicht etwas fremd. Das ist aber völlig normal: Wer zum ersten mal ein Fußballspiel sieht, wird die Regeln auch nicht auf Anhieb kapieren. Am besten ist es, einfach ein paar Mal hintereinander konsequent zur Kirche zu gehen. Denn wer sich in die Lieder und die Liturgie eingehört hat, wird sich im Gottesdienst auch nicht mehr so fremd fühlen.
Wie oft muss ich zum Gottesdienst gehen?
Die meisten Gemeinden wünschen sich einen Gottesdienstbesuch zweimal pro Monat.
Was ist ein Vorstellungsgottesdienst?
Das Wort Vorstellungsgottesdienst wird für zwei ganz verschiedene Gottesdienste gebraucht: Einmal kann damit der Gottesdienst zu Beginn des Konfirmationskurses gemeint sein, in dem die Konfirmandinnen und Konfirmanden der Gemeinde vorgestellt werden. Sehr her: Das sind die Neuen! Es kann aber auch ein Gottesdienst gegen Ende der Konfi-Zeit gemeint sein, in dem die Konfirmandinnen und Konfirmanden die Ergebnisse ihres Konfi-Unterrichts vorstellen und darüber reden, was sie glauben und was sie beschäftigt.
Was ist der Beichtgottesdienst vor der Konfirmation?
Der so genannte Beichtgottesdienst kann dir dabei helfen, vor der Konfirmation zur Ruhe zu kommen und an die schönen, aber eben auch unschönen Dinge der Vergangenheit zu denken. Wenn man noch einmal alles loswerden kann, was einen so bewegt, kann man am nächsten Tag unbeschwert die Konfirmation feiern. Verbunden mit diesem Gottesdienst ist manchmal auch eine Abendmahlsfeier gemeinsam mit Eltern und Gästen. Andere Namen für diesen Gottesdienst sind auch Vorabendgottesdienst oder Abendmahlsgottesdienst vor der Konfirmation.
Ist die Teilnahme an der Konfi-Freizeit Pflicht?
Wie oft und wie lange eine Konfi-Freizeit statt findet, ist unterschiedlich und hängt von deiner Heimat-Gemeinde ab. Fest steht: Die Konfi-Freizeit ist eine der wichtigsten Veranstaltungen während der Konfi-Zeit. Oft findet erst auf dieser Freizeit die Gruppe richtig zusammen und echte Freundschaften werden geschlossen. Viele Konfis sagen nach dem Ende ihres Konfirmations-Unterrichts: das beste war die Freizeit. Meistens werden während dort auch wichtige inhaltliche Themen erarbeitet - mit viel mehr Zeit und Möglichkeiten als im normalen Unterricht. Deshalb legen Gemeinden großen Wert darauf, dass alle daran teilnehmen.
Muss der Konfirmations-Unterricht immer an einem bestimmten Tag in der Woche stattfinden?
Nein. In vielen Gemeinden finden stattdessen Konfi-Tage statt (alle vier Wochen) oder sogar eine Konfiwoche in der Jugendherberge oder ein längeres Konfi-Zeltlager.
Kann es passieren, dass ich von der Konfirmation ausgeschlossen werden?
Ja, aber sowas kommt selten vor. Bevor das passiert, wird auf jeden Fall noch mal mit der Konfirmandin / dem Konfirmanden und meistens auch den Eltern darüber gesprochen. Manchmal schaltet sich auch der Konfirmandenausschuss der Gemeinde ein (wenn's dort sowas gibt). In jedem Fall muss der Kirchenvorstand den Ausschluss beschließen. Grund für einen Ausschluss kann z.B. sein, dass jemand fast nie zum Unterricht erschienen ist.
Kann ich für meinen Konfi-Unterricht die Gemeinde wechseln?
Grundsätzlich ja. Wichtig ist, mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin aus der alten und neuen Gemeinde darüber zu sprechen.
Was ziehe ich zur Konfirmation an?
Eine vorgeschriebene Kleiderordnung gibt es nur noch in wenigen Gemeinden. Am besten bespricht man mit den Eltern, was am liebsten selbst anziehen möchte und was zu diesem festlichen Anlass passt. In manchen Gemeinden spricht auch der Konfi-Kurs selbst darüber, was man zum Fest anziehen sollte.
Werden zur Konfirmation immer noch Bibel und Gesangbuch geschenkt?
Bibel und Gesangbuch sind immer noch klassische Geschenke zur Konfirmation. Sinnvoller wäre allerdings, Bibel und Gesangbuch schon zu Beginn der Konfi-Zeit zu schenken, weil man sie dort gut brauchen kann.
Welche Bedeutung haben Paten und Patinnen?
Paten und Patinnen werden zur Konfirmation eingeladen. Sie hatten bei der Taufe versprochen, mitverantwortlich zu sein für den Glauben ihres "Patenkindes". Mit der Konfirmation übernimmst du nun selbst die Verantwortung für deinen Glauben - deine Patinnen und Paten werden quasi "arbeitslos". Das heißt aber nicht, dass nun jeder Kontakt zu ihnen abbrechen muss ...
Bekomme ich nach der Konfirmation einen schulfreien Tag?
Die Schule kann einen schulfreien Tag geben, allerdings nur dann, wenn an dem Tag nach der Konfirmation von der Kirche auch etwas angeboten wird (ein Nachtreffen, ein gemeinsamer Ausflug oder so etwas).
Was ändert sich mit der Konfirmation?
Mit der Konfirmation bist du voll verantwortliches Mitglied deiner Kirchengemeinde. Du darfst den Kirchenvorstand deiner Gemeinde mitwählen. Außerdem darfst du nun in den meisten Gemeinden auch selbst Pate oder Patin werden.
Was ist eigentlich Firmung?
Firmung heißt die "Kon-firmation" in der katholischen Kirche. Sie wird in der Regel vom Bischof oder einem seiner Vertreter durchgeführt. Die "Firmlinge" werden mit ihrer Firmung als verantwortliche Mitglieder in die katholische Kirche aufgenommen.
Was ist ein Vikar, eine Vikarin?
Vikare und Vikarinnen sind in der evangelischen Kirche angehende Pfarrer/- innen, die ihr Theologie-Studium abgeschlossen haben und nun erste Erfahrungen in der Gemeindearbeit sammeln. Wenn es in einer Gemeinde einen Vikar oder eine Vikarin gibt, machen auch die manchmal den Konfi-Unterricht.