Vor ein paar Monaten ist ein besonders krasser Fall von Schul-Mobbing bekannt geworden. In einer Hildesheimer Berufsschule wurde ein Schüler mehrere Wochen lang von fast der gesamten Klasse gedemütigt, verprügelt und gequält. Seitdem gehen immer neue Berichte von Misshandlungen durch Mitschüler durch die Presse.

Doch Mobbing muss nicht immer gleich Gewalt bedeuten. Verprügelt oder erpresst zu werden ist natürlich besonders schlimm. Aber auch wenn einzelne Mitschüler wegen ihres Verhaltens, ihres Aussehens oder ihrer Leistungen ständig aufgezogen und gehänselt werden, ist das Mobbing. Oder wenn sie von der Klasse einfach nicht beachtet und geschnitten werden. So etwas kann einen völlig fertig machen.
„Aus dir wird nie was!
Mobbing geschieht auf dem Schulhof und auch im Unterricht. Es kommt von Klassenkameraden genauso aus wie von Lehrern oder Lehrerinnen. Auch die gucken sich manchmal jemanden aus, auf dem sie dann ständig herumhacken. Betroffen sind Mädchen genauso wie Jungs. Experten schätzen, dass jede/r Zehnte irgendwann einmal Opfer von Schul-Mobbing wird.

Viele Mobbing-Opfer trauen sich nicht, jemandem von ihren Problemen zu erzählen. Oft schämen sie sich dafür, dass gerade sie gehänselt oder verprügelt werden. Oder sie haben Angst, sich jemandem anzuvertrauen, weil das alles nur noch schlimmer machen würde. Also schweigen sie lieber. So war machte es eine zeitlang auch der Berufsschüler in Hildesheim. Nicht einmal seine Eltern oder die Lehrer sollen dort mitbekommen haben, was in der Klasse ablief.
„Tu was!“
Doch nur, wer anderen von seinen Mobbing-Problemen erzählt, kann etwas gegen dagegen tun. Wer nichts unternimmt, wird weiter in der Opferrolle bleiben. Deswegen: Wenn du in der Schule schikaniert, erpresst oder geschlagen wirst, lass es dir nicht gefallen! Leg ein Mobbing-Tagebuch an und schreib auf, wann dir wer etwas angetan hat. Notier dir Zeugen, die diese Vorfälle mitbekommen haben. Und dann such dir Verbündete, mit denen du gegen das Mobbing vorgehen kannst. Das können deine Eltern oder Geschwister sein, ein Lehrer oder eine Lehrerin, aber auch Stellen, bei denen du erst mal anonym von deinen Sorgen erzählen kannst (wie z.B. bei der Konfiweb-Seelsorge). Wichtig ist, dass du mit deinen Problemen nicht allein bleibst.
Übrigens: Dem Schüler aus Hildesheim haben Gespräche mit der Schulpädagogin. Nachdem er mehrmals mit ihr geredet hatte, traute er sich, Anzeige zu erstatten und so das Mobbing zu beenden. Inzwischen wurden viele der Täter zu Jugend-Haftstrafen verurteilt.