In Belgien hat man mehrere Hundert Schülerinnen und Schüler zu ihren Berufswünschen UND ihren Fernsehgewohnheiten befragt. Dabei ist etwas Interessantes herausgekommen: wenn in Fernseh-Sendungen ein bestimmter Beruf vorkam, sahen die Jugendlichen diesen Beruf immer positiver, je öfter sie sich die Sendung anschauten. Und das war nicht nur bei Allerweltsberufen so. Jugendliche, die oft die Sendung De para's sahen (eine Serie über Fallschirmspringer), wollten danach überdurchschnittlich häufig eine Laufbahn beim Militär einschlagen.
TV total-Gucker = Berufs-Blödel?
Die Schülerinnen und Schüler selbst gaben zwar an, bei ihrer Berufswahl würden vor allem Eltern, Lehrer und Freunde eine Rolle spielen. Doch die Interviews der Untersuchung haben eindeutig einen Zusammenhang mit dem Fernsehen ergeben. Dabei wirken Doku-Soaps offenbar noch stärker als „normale“ Unterhaltungssendungen – weil sie eben besonders real wirken. Nach Tierärzten und Hebammen scheint nun der Beruf des Innenarchitekten der neueste Renner zu sein, nachdem im Fernsehen eine Serie über Innenarchitekten gestartet ist. Die Anmeldezahlen für dieses Fach seien stark gestiegen, meldet die Hochschule der belgischen Provinz Limburg.
Jobsuche mit Sex and the City
Haben die Medien-Kritiker also Recht? Sind wir wirklich so leicht zu beeinflussen? Was passiert mit mir, wenn ich besonders häufig TV total gucke? Werde ich dann Berufs-Blödel? Der Elton vom Dienst? Und was war mit Sex and the City? Die Berufe wären ja noch okay, aber dieses komplizierte Beziehungsleben …?
"Das Fernsehen" ist sicher nicht für alles verantwortlich. Aber dass es unser Leben mehr beeinflusst, als wir vielleicht glauben – da könnte schon was dran sein. Vielleicht sollte man mal beginnen, ein Glotz-Tagebuch zu führen. Darin kann man dann in 20 Jahren nachschlagen und rausfinden, warum man so oder anders geworden ist. Und wenn’s dann nicht so gelaufen ist, wie man wollte … waren eben die Medien schuld ;-)