Pfarrerin Petra Kringel beantwortet deine Mail und sagt bestimmt nichts weiter.

Bookcrossing oder: Wie man ein Buch freilässt

Tanjatanne hat uns geschrieben: „Ich weiß nicht, ob ihr schon mal was von Bookcrossing gehört habt? Das ein voll tolles Projekt das es auf der ganzen Welt gibt! Man lässt ein Buch irgendwo liegen und hofft, dass es jemand findet.“

Wie jetzt? Man soll absichtlich Bücher vergessen? Klingt irgendwie seltsam. Also haben wir uns mal schlau gemacht, was es mit dem Bücher-Crossen auf sich hat.

Die Idee ist: Jede/r hat zu Hause ein paar Bücher, die er/sie schon gelesen hat und jetzt eigentlich nicht mehr braucht. Oder es eben schade findet, dass sie im Regal verstauben. Natürlich könnte man die Dinger nun einfach wegschmeißen oder weiterverschenken oder vielleicht bei ebay versteigern. Lustiger und interessanter ist aber Bookcrossing.

Dazu geht man auf die Bookcrossing-Homepage und registriert sein Buch. Dann vergisst man das Buch „versehentlich“ – am besten an einem Ort, wo es bald gefunden wird, in der U-Bahn, am Bankautomaten oder im Café. Das ist manchmal gar nicht so leicht, denn wenn man nicht schnell genug ist, kommt ein netter Mensch gelaufen und will einem das Buch wieder bringen. Aber es soll ja frei sein! Also: hingelegt und dann schnell weg.

Und wie geht’s weiter? Am besten so: Jemand findet das Buch und denkt erst mal, dass es jemand vergessen oder verloren hat. Dann aber sieht er/sie den Bookcrossing-Hinweis: „Ich bin nicht verloren gegangen. Man hat mich frei gelassen!“ Außerdem muss irgendwo auf dem Buch natürlich noch die Bookcrossing-Nummer zu finden sein.

Mit dieser Nummer kann man dann auf www.bookcrossing.com nachsehen, wer das Buch frei gelassen hat und wo es schon überall war. Außerdem kann man selbst noch einen Eintrag zu diesem Buch machen – dann wissen die anderen Bookcrosser, dass es dem Buch gut geht. Nachdem man es dann gelesen hat (oder auch nicht), lässt man das Buch wieder frei, und das Spiel beginnt von vorne.

Das Bookcrossing wurde „erfunden“ Ron Hornbaker, der im Jahr 2001 auf die Idee kam Bücher in die Freiheit zu entlassen und so einen freien Buchclub zu gründen. Sein Traum war, dass irgendwann überall auf der Welt Bücher unterwegs sind, wie in einer riesigen Bibliothek. Anfangs begeisterten sich nur wenige für die Idee, aber nach einigen Medienberichten in der Presse und im Fernsehen wuchs die Bewegung schneller. Inzwischen haben knapp 285.000 Benutzer fast 1.350.000 Bücher registriert. Damit wurde noch vor dem 3jährigen Jubiläum am 17. April 2004 die 1Million-Bücher-Grenze erreicht. In Deutschland gibt es über 17.000 Bookcrosser, die fast 76.000 Bücher registriert haben. Sogar einige Verlage unterstützen das Bookcrossing.

Na, Lust bekommen, auch ein Bookcrosser zu werden? Dann nix wie ran an den Bücherschrank! Es muss übrigens gar kein alter Schinken sein, den man auf die Reise schickt. Manche Bookcrosser finden ein Buch so gut, dass sie es allein deshalb frei gelassen haben – schließlich sollen andere auch was davon haben. Es gibt sogar schon extra Stempel, mit denen man ein Buch als Bookcrossing-Buch kennzeichnen kann.

Hier noch einmal die Internet-Adressen zum Bookcrossing:

http://www.bookcrossing.com  (die englische Hauptseite)

http://www.bookcrossers.de/  (die deutsche Support-Seite)

 

 

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