In der Theorie ist das ja kein Problem. Zwei Menschen mögen sich, und irgendwann kommt dann eben der Moment, wo sie sie sich küssen. Alles ganz easy. Doch so gelassen geht man halt nicht ran an die Sache. Du bist verliebt über beide Ohren. Und natürlich stellst du dir vor, wie das wohl sein wird: der erste Kuss mit ihm oder ihr. Wie wird das ablaufen? Hoffentlich stell ich mich nicht blöd an – sooo viel Übung im Küssen hat man ja nun auch nicht. Wann wird es passieren? Eher zufällig? Nachdem man sich gegenseitig seine Liebe gestanden hat? Und wo soll das überhaupt sein? Fragen über Fragen!
Als nächstes fängt man an, sich eine Gelegenheit auszumalen. Den Kuss in Gedanken zu planen. Vielleicht auf der Party nächste Woche? Oder besser bei mir zu Hause? Auf jeden Fall muss alles ganz spontan und zufällig aussehen. Trotzdem sollte man vielleicht mal wieder das Zimmer aufräumen. Für alle Fälle. Und welche Musik würde passen zu dem großen Ereignis …? Bloß nicht das Falsche auflegen, das wäre tödlich …
Klar: insgeheim weiß man, dass alle diese Gedankenspiele eigentlich Quatsch sind. Dass man sich dabei immer ein wenig selbst veralbert. Aber sie machen trotzdem Spaß, diese Gedanken. Und sie sind ziemlich aufregend.
Meistens läuft dann doch alles ganz anders. Vielleicht verliert man nach einiger Zeit das Interesse an seiner großen Liebe. Dann erledigt sich das mit dem Kuss quasi von selbst. Oder man ist nach wie vor verliebt, aber leider kommt nie die super Gelegenheit, auf die man gewartet hatte. Dann bleibt es beim Träumen, und vielleicht ist das ja auch gut so. Am schönsten ist natürlich, wenn es irgendwann klappt mit dem Küssen. Wenn alles stimmt, der Moment, die Atmosphäre, die Musik. Und wenn man dann merkt: Hey, alles gar nicht so kompliziert, wie man vorher dachte.