Doch dieses Gefühl, ausgeschlossen zu sein und nicht dazu zu gehören, gibt’s auch noch woanders: sonntags in der Kirche. Gerade junge Gottesdienst-Besucher können mit den alten Kirchenliedern und dem ständigen Orgelspiel oft nichts anfangen. Kein Wunder, denn wer die Lieder nicht kennt, kann auch nicht mitsingen. Doch es liegt auch am Stil der Lieder, an ihren Texten, an der Melodie. Kirchenlieder klingen im Vergleich mit allem, was man sonst so hört, schon etwas merkwürdig.
Kirchenlieder? Würd ich abschaffen ...!
In Umfragen zum Gottesdienst wird darum besondern oft die Kirchenmusik kritisiert. „Das würd’ ich alles abschaffen“, sagen da manche. „Ich würde nur noch neue, fetzige Sachen spielen.“ – Klar, könnte man machen. Aber das wäre dann für die Menschen schade, die die alten Lieder kennen und sie gut finden. Für die ist „Lobet den Herren“ oder „Die Nacht ist vorgedrungen“ so etwas wie ein musikalisches Zuhause.
Vielleicht muss man die alten Kirchenlieder einfach ein paar Mal gehört haben, um sie zu mögen. Es ist ja nicht alles schlecht, was alt ist. Niemand käme auf die Idee, die Beatles komplett doof zu finden, nur weil ihre Songs schon vor über 40 Jahren geschrieben wurden.
Andererseits: warum soll es in der Kirche nicht beides geben? Alte UND neue Lieder, Orgel UND andere Instrumente. Nirgends steht geschrieben, dass Kirchenlieder mindestens 300 Jahre alt sein müssen. Nicht immer muss es die Orgel sein. Und darum gibt es in vielen Kirchengemeinden Leute, die auch mit anderen Instrumenten Gottesdienste begleiten. Manche Gemeinden haben sogar eine eigene Band, die in der Kirche mit E-Gitarre und Schlagzeug für Abwechslung sorgt. Wenn also die Musik im Gottesdienst nicht so dein Geschmack ist, überleg einfach, wie man das ändern könnte. Die Kirche ist offen für alle, also sollte sie auch offen sein für andere Musikstile.
Für christliche Bands und alle, die eine aufmachen wollen:
Du hast Lust bekommen, eine Band zu gründen, und brauchst professionelle Infos und Beratung? Natürlich kannst du erst einmal bei der Pfarrerin oder beim Pfarrer deiner Kirchengemeinde nachfragen. Doch vielleicht kann dir auch der Verband für christliche Popmusik in Bayern helfen. Der unterstützt Bands, Chöre, Liedermacher, Rapper, Hip-Hopper usw. aus der christlichen Popmusikszene in Bayern. Im Internet zu finden unter: http://www.popmusikverband.de/