Liebe ist... ja, was eigentlich? Manche Menschen glauben, dass Liebe nur dann Liebe ist, wenn man ganz hart um sie kämpfen muss. Dass man sich Liebe verdienen muss und dass sie schwer zu erreichen ist. Dabei hat Unerreichbarkeit und "sich-etwas-verdienen-müssen" eben genau nichts mit Liebe zu tun. „konfiweb.de“ erklärt Dir, wieso und erzählt Dir von dem schönsten Gefühl, das völlig umsonst ist – und deshalb das wertvollste Geschenk überhaupt!Nein, ist es nicht. Echte Liebe kostet nämlich nichts. Was sie so wertvoll macht, ist die Tatsache, dass viele Menschen das nicht wissen und denken, sie müssten ganz viel für echte Liebe tun.
Aber: „Liebe lässt sich nicht erarbeiten; auch nicht mit den besten Erfolgen und gewaltigsten Leistungen. Liebe ist immer ein Geschenk und wird immer umsonst verteilt. Liebe, die etwas kostet, ist keine Liebe“. Diese Worte stammen aus dem Buch „Narzissmus – Das innere Gefängnis“ von Heinz-Peter Röhr. Der Sozialarbeiter und Pädagoge hat sich in seinem Buch unter anderem damit beschäftigt, dass viele Menschen fälschlicherweise glauben, irgendwie „anders“ sein zu müssen, damit sie Liebe von einem anderen Menschen bekommen.
Diesen Gedanken hattet ihr bestimmt auch schon mal, als ihr einen bestimmten Jungen oder Mädchen kennen gelernt, euch Herz über Kopf in ihn oder sie verknallt habt, er oder sie euch dieses Gefühl aber nicht zurückgegeben hat. Das lässt einen auf komische Gedanken kommen: „Ich muss hübscher sein, ich muss bessere Klamotten tragen, muss witzigere Sachen sagen, muss mich cooler verhalten - vielleicht verliebt er oder sie mich dann ja doch noch in mich?“
Dabei habt ihr gemerkt, dass das alles ganz schön anstrengend ist. Liebe hat aber nichts mit Anstrengung zu tun, sagt ebenso wie der Buchautor Röhr auch Pia Glitz, 32, Kinder- und Jugendpsychologin aus München. „Wenn ich bei einem anderen Menschen das Gefühl bekomme, ich muss erst dieses oder jenes tun, damit er mich liebt, ist dieser Mensch möglicherweise nicht gut für mich. Wenn ein Mensch einen anderen wirklich mag, dann will er ihn nicht so formen, wie er es gerne hätte“ – sondern will sich an ihm erfreuen: und zwar genau so, wie er ist, mit all seinen Stärken und mit all seinen Fehlern.
Das Problem ist, dass man sich oft aber selbst nicht mag. Man guckt in den Spiegel und findet sich doof, findet tausend Dinge, die man an sich besser machen würde. Vielleicht wünscht ihr euch eine kleinere Nase, dickere, längere Haare, weniger Pickel im Gesicht. Jungs wollen gerne mehr Muskeln haben, Mädchen finden sich oft zu dick. Dabei überseht ihr, dass ihr ja viel mehr seid, als nur ein äußeres Erscheinungsbild. Dass Schönheit viel mehr ist, als nur Aussehen. Schönheit ist Unverwechselbarkeit, die damit beginnt, dass ihr einzigartig seid: weil ihr eben ihr selbst seid – und niemand anderes.
Auf der ganzen Welt gibt es niemanden noch mal, der genau so eine Stimme hat, wie ihr, dessen Stimme also ganz genau den gleichen Klang hat. Es gibt niemanden noch mal, der sich genau so bewegt, niemanden, der genau eure Art hat, zu gucken. Dazu habt ihr eure ganz eigenen Gedanken und Gefühle, eure eine eigene Weise, euch in der Welt zu bewegen und mit den Dingen umzugehen, euer ganz eigenes Tempo, Entscheidungen zu treffen.
Auf diese Einzigartigkeit alleine kann man also schon stolz sein, ohne, dass hier die Rede von übersteigerter Eitelkeit wäre. „Die Fähigkeit, sich in positiver Weise sich selbst zuzuwenden, ist eine Voraussetzung für ein glückliches, erfülltes Leben. Der bliblische Satz ,du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst’ drückt dies aus“, sagt Heinz-Peter Röhr in seinem Buch „Narzissmus – Das innere Gefängnis“.
Psychologin Pia Glitz sagt: „Wenn sich ein Mensch von euch ganz besonders angezogen fühlt, dann deshalb, weil ihm Eigenschaften positiv auffallen, die nur ihr habt, die speziell euch ausmachen“ – die einem selbst aber vielleicht gar nicht so toll aufgefallen wären. Auch dies spricht einmal mehr dafür, dass Liebe nichts mit Leistung zu tun hat; wenn der andere an einem positive Eigenarten bemerkt, die von sich aus schon da ist, muss man nichts großartig Anderes tun oder sein. Man ist einfach und wird alleine dafür schon gemocht. Das meint Psychologin Glitz, wenn sie sagt, dass Liebe „im Prinzip nichts ist, was man kontrollieren oder beeinflussen kann“ – schon gar nicht, indem man sich verstellt. „Wenn ein Mensch sich für einen anderen Menschen verstellt, will er anders erscheinen, als er wirklich ist. Dann fühlt er sich nicht mehr wohl in seiner Haut, und wo kein Wohlfühlen ist, da ist auch keine Liebe.“ Ein weiterer Aspekt der Liebe sei daher, nicht für einen anderen Menschen Dinge zu tun, von denen man glaubt, dass er sie will, „und dabei denke ich, eigentlich will ich selbst das gar nicht.“
Petra Kringel, 41, Pfarrerin aus Passau und Seelsorgerin für konfiweb.de, stimmt Pia Glitz zu. „Liebe ist unverfügbar. Das heißt: Anziehung zwischen Junge und Mädchen, zwischen Mann und Frau hat nichts damit zu tun, was ein Mensch tut oder nicht tut.“ Wenn es zwischen zwei Menschen funke, dann nicht aufgrund einer bewussten Handlung eines Menschen, mit der er die Realität irgendwie beeinflusse oder lenke. Sondern aufgrund von Dingen, die man nicht beeinflussen kann: der grundeigene Körperduft zum Beispiel. „Deshalb rate ich meinen Schützlingen auch immer, nicht tatenlos in der Liebeskummer-Warteschleife zu schmachten, wenn sie von einem Jungen oder Mädchen etwas wollen und sich nicht sicher sind, ob der andere auch etwas von einem will. Sondern statt dessen etwas zu unternehmen, den anderen zum Beispiel direkt zu fragen, was denn nun Sache ist. Damit blamiert man sich nicht. Denn man versucht ja nicht, etwas herzustellen, was sowieso nicht produzierbar im Sinne von künstlich herstellbar ist, sondern man überprüft lediglich die Realität.“
Und wenn diese Überprüfung ergibt, dass der von euch Angebetete eure Zuneigung nicht erwidert, könnt ihr in loslassen und einen neuen Menschen finden, bzw. euch von jemanden finden lassen, der euch genau das zurückgibt, was ihr seid:
Eine tolle, liebenswerte Person.