Lisa hat recht. Wer getauft ist, gehört zur christlichen Gemeinde. Die Konfirmation ist dazu eigentlich nicht nötig. Nun stellt sich natürlich die Frage: Wozu gibt's dann überhaupt eine Konfirmation? Das kam so:
Früher wurden nur Erwachsene getauft
Früher – ganz früher – war es in den christlichen Gemeinden üblich, nur Erwachsene zu taufen. Davor gab es einen Taufunterricht, der manchmal mehrere Jahre dauerte. Man lernte während dieser Zeit den christlichen Glaubens kennen und erfuhr, wie Menschen als Christen miteinander leben können. Am Ende des Unterrichts stand dann die Entscheidung, sich taufen zu lassen.
Irgendwann setzte sich aber in vielen Gegenden die Kindstaufe durch. Kindstaufe heißt: Die christlichen Eltern eines Neugeborenen entschieden sich nun stellvertretend für ihr Kind für den christlichen Glauben. Einfach deswegen, weil sie wollten, dass das Kind von Anfang an in diesem Glauben und mit diesem Vertrauen aufwächst.
Da fehlt noch was!
Auf diese Weise fiel jedoch der Tauf-Unterricht, das Kennenlernen des eigenen Glaubens weg: Man wurde einfach in seinen Glauben "hinein geboren". Und die Gemeinden merkten: Da fehlt jetzt was! Wenn man getauft ist, gehört man zwar zur christlichen Gemeinde, und zwar mit allem drum und dran. Aber es wäre schon gut, wenn junge Christinnen und Christen ihren Glauben und ihre Religion auch nach ihrer Taufe als Säugling noch besser kennen lernen könnten, auch um bewusst ja zu ihrer Taufe und ihrem Glauben zu sagen.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich aus dieser Idee ein christlicher Glaubens-Unterricht. Zuerst gab es nur eine Vorbereitung auf das erste Abendmahl. Nach und nach wurde diese Vorbereitung aber umfangreicher und länger. Seit dem 18. Jahrhundert etwa kennt man in den evangelischen Kirchen den Konfirmationsunterricht, der mit der Konfirmationsfeier endet.
Taufe als Jugendlicher
Zurück zu Lisa und ihrer Freundin. Tatsächlich ist es so, dass eine Konfirmation direkt nach der Taufe eigentlich nicht sein muss. Wer sich mit 14 Jahren zur Taufe entscheidet, hat bestimmt vorher über diesen Schritt nachgedacht. Die meisten Konfi-Täuflinge haben sogar den Konfirmationsunterricht besucht und damit so eine Art Tauf-Unterricht erhalten. Sie wissen also bestens Bescheid, so dass die anschließende Bestätigung (Konfirmation) entfallen könnte.
Viele Konfis, die während ihrer Konfi-Zeit getauft werden, feiern danach trotzdem auch noch die Konfirmation. Einfach deswegen, weil das ein richtig schönes Fest sein kann. Und weil die Konfirmation auch ein toller Abschluss für die gemeinsame Zeit mit den anderen Konfis ist. Und das hat dann ja auch einen Sinn, oder?