Pfarrerin Petra Kringel beantwortet deine Mail und sagt bestimmt nichts weiter.

Und dann gibt's da auch noch: Die Geschenke.

Inzwischen dürfte es auch der Letzte mitbekommen haben: Zur Konfirmation gibt's Geschenke. Manche würden sogar behaupten: Die Konfirmation gibt's überhaupt nur WEGEN der Geschenke. Aber weil wir das ja nicht glauben, wollen wir uns mit dieser Theorie auch gar nicht weiter beschäftigen. Die Konfirmation soll ein schönes Fest sein, und da ist es völlig in Ordnung, dass auch was geschenkt wird.  

Also zurück zu den Geschenken. Oft machen Eltern, Freunde und Verwandte zur Konfirmation 'ne ganze Menge locker. Das fängt schon damit an, dass es in vielen Familien eine große Feier gibt, mit vielen Gästen und gutem Essen. Doch das Fest ist nicht das einzige Geschenk. Es gibt an diesem Tag so viele Päckchen und Briefumschläge, wie man das sonst nur von Hochzeiten kennt. Das liegt daran, dass früher mit der Konfirmation das Erwachsenen-Leben begann. Und junge Erwachsene brauchten eben andere Dinge als Kinder, nämlich einen ordentlichen Anzug oder ein Kleid, eigene Bettwäsche und eigenes Geschirr. Vielleicht auch den ersten eigenen Ochsen oder wenigstens eine Ziege. Damit ließ es sich dann gut starten ins harte Erwachsenen-Dasein.  
  
Heute ist das alles etwas anders. Vielleicht ist man nach der Konfirmation ein bisschen erwachsener als vorher. Aber man ist eben kein richtig Erwachsener, der von nun an auf eigenen Füßen steht und sich selbst versorgen muss. Und darum können die Geschenke heute auch etwas fun-orientierter sein. Wer braucht schon einen Satz bestickter Handtücher oder eine Ziege??

Manche Paten oder Verwandte finden, dass die Konfirmation trotzdem etwas ganz Besonderes ist. Also überlegen sie sich zur Konfirmation auch ein ganz besonderes Geschenk. Vielleicht darf man sich mit ihnen das Musikinstrument aussuchen, das man immer schon lernen wollte, und kriegt sogar noch die ersten Unterrichtsstunden finanziert. Andere Idee: Ein gemeinsamer Kurzurlaub, eine Reise in eine interessante Stadt. Gab's alles schon. Oder die Dauerkarte für's Stadion, weil der Onkel da selber gerne hingeht. Wenn man sich gut versteht mit den Leuten, kann so was 'ne Menge Spaß machen.  
 
Eines der Standard-Geschenke ist: Geld. Das ist zwar nicht besonders kreativ, zugegeben, aber eben praktisch. Man kann damit machen, was man will, ausgeben, sparen, weiter verschenken. Moment mal. VERSCHENKEN? Ja, warum nicht? Es soll ja nicht gleich alles sein, wir wollen's nicht    
übertreiben.

Aber wenn man nach der Konfirmation mehrere Hundert oder sogar Tausend Euro vor sich liegen hat, spricht eigentlich nix dagegen, ein bisschen davon abzugeben. An Menschen, die sich davon keinen neuen Brenner für den PC holen wollen oder das neue NOKIA, sondern vielleicht das Essen für die nächsten 2 Monate. Kann man ja mal drüber nachdenken. Auch bei der Frage: „Was mach ich mit der Kohle?“ kann man nämlich ausprobieren, wie erwachsen man ist.

Viele haben an dem Festtag, an dem sie so reich beschenkt werden, den Wunsch: „Die Freude, die mir andere machen, möchte ich gern an diesem Tag an andere Menschen, die es brauchen, weiter geben“.

Zum Schluss zu einem Geschenk, das hier noch gar nicht vorgekommen ist und das bei all dem Geschenke-Grübeln oft unter den Tisch fällt. Die Konfirmation ist ja so etwas wie eine Entscheidung. Denn wer sich konfirmieren lässt, der entscheidet sich ganz bewusst für ein (Weiter-) Leben im christlichen Glauben, der sagt damit ja zur christlichen Gemeinde. Doch das geht nur, weil da „auf der anderen Seite“ auch schon mal jemand „ja“ gesagt hat: Gott selber. Ohne Gott keine Gemeinde, keine Kirche, keine Konfirmation, keine Geschenke. Tja. So gesehen ist das beste Geschenk zur Konfirmation der Segen Gottes. Der lässt sich zwar nicht in Euro umrechnen oder weiterverticken - aber er ist vermutlich wertvoller als alle anderen Geschenke zusammen.

 

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