Mobbing

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Artikel | 28.06.2016 | Sandra Kaufmann

Warum wird Mobbing unterschätzt?

Mobbing, auch bullying genannt, ist ein Problem, über das in der Schule kaum geredet wird. Das macht es den Opfern viel schwieriger, sich jemandem anzuvertrauen.

Zusammenfassung

  • Mobbing kommt vom englischen "to mob": anpöbeln, über jemanden herfallen.
  • Bis zu 500.000 Mobbing-Opfer gibt es an deutschen Schulen.
  • Viele trauen sich nicht darüber zu reden, dass sie gemobbt werden; dabei gibt es viele Möglichkeiten, sich helfen zu lassen.

Manche kriegen schon am Wochenende oder früh am Morgen ein flaues Gefühl, wenn sie an die Schule denken. Doch es sind nicht die Fächer, Klassenarbeiten oder Notenstress, die den Schülerinnen und Schülern Angst machen. Ihre Panik hat einen anderen Grund: Mobbing. Denn in der Schule geht der Terror wieder los, das Schikanieren, das Fertigmachen.

Das kann einen völlig fertig machen

Mobbing ist nicht unbedingt körperliche Gewalt. Verprügelt oder erpresst zu werden, ist natürlich schlimm. Aber auch wenn einzelne Mitschüler wegen ihres Verhaltens, ihres Aussehens oder ihrer Leistungen ständig aufgezogen und gehänselt werden, ist das Mobbing. Oder wenn sie von der Klasse einfach nicht beachtet und geschnitten werden. So etwas kann einen völlig fertig machen.

Das passiert an jeder Schule in jeder Klasse

Mobbing geschieht auf dem Schulhof und auch im Unterricht und findet an jeder Schule, in fast jeder Klasse statt. Es geht von Klassenkameraden genauso aus wie von Lehrern oder Lehrerinnen. Auch die gucken sich manchmal jemanden aus, auf dem sie dann ständig herumhacken. Betroffen sind Mädchen genauso wie Jungs.

Zitat

Experten schätzen, dass es an deutschen Schulen rund 500.000 Mobbing-Opfer gibt.

Mobbing hat schwerwiegende Folgen

Experten schätzen, dass es an deutschen Schulen rund 500.000 Mobbing-Opfer gibt. In einer amerikanischen Studie wurde herausgefunden, dass Mobbingopfer oft noch als Erwachsene unter den Folgen leiden oder selber zu Mobbern werden.

Oft wird geschwiegen

Viele Mobbing-Opfer trauen sich nicht, jemandem von ihren Problemen zu erzählen. Oft schämen sie sich oder sie haben Angst, sich jemandem anzuvertrauen, weil das alles nur noch schlimmer machen würde. Also schweigen sie lieber. Deshalb wird oft unterschätzt, wie verbreitet Mobbing an Schulen wirklich ist.

Lass dir das nicht gefallen!

Doch nur, wer anderen von seinen Mobbing-Problemen erzählt, kann etwas dagegen tun. Wer nichts unternimmt, wird weiter in der Opferrolle bleiben. Deswegen: Wenn du in der Schule schikaniert, erpresst oder geschlagen wirst, lass es dir nicht gefallen! Leg ein Mobbing-Tagebuch an und schreib auf, wann dir wer etwas angetan hat. Notier dir Zeugen, die diese Vorfälle mitbekommen haben. Und dann such dir Verbündete, mit denen du gegen das Mobbing vorgehen kannst. Das können deine Eltern oder Geschwister sein, ein Lehrer oder eine Lehrerin, aber auch Stellen, bei denen du erst mal anonym von deinen Sorgen erzählen kannst (wie z. B. bei der Konfiweb-Seelsorge). Wichtig ist, dass du mit deinen Problemen nicht allein bleibst, denn du bist nicht allein.

 

Tags: Schule, Schmerz, Hilfe


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